Die Wohngebäudeversicherung und der Prämienfaktor 31. Januar 2018


Zum Jahreswechsel war es wieder soweit: der Beitrag der Wohngebäudeversicherung steigt – und das selbst, wenn Sie nie einen Schaden gemeldet haben. Aber wieso eigentlich?

Regelmäßig erhalten wir Anrufe von fast ratlosen Kunden. „Wieso muss ich mehr zahlen?“. Und was meint der Versicherer eigentlich mit „Anpassung des Prämienfaktors“?

Preissteigerung im Interesse des Kunden

Die Antwort auf diese Frage ist tatsächlich sehr einfach: Der Wert eines Gebäudes wird vom Versicherer (beziehungsweise von uns) im so genannten „Wert 1914“ ermittelt. Was damit gemeint ist, steht eigentlich bereits im Begriff: Der „Wert 1914“ nennt den Wert, den das Gebäude im jahr 1914 gehabt hätte. Mittels eines Faktors, welcher jährlich von unabhängigen Sachverständigen festgelegt wird, wird der Wert in das aktuelle Jahr „umgerechnet“. Proportional hierzu steigt der Beitrag der Versicherung.

In der Regel ist dieser Wert konsequent steigend. Der Hintergrund: Ein Gebäude, das im Jahr 2002 beispielsweise 250.000 € gekostet hat, kann aufgrund von steigenden Preisen und Löhnen sowie der Inflation im Jahr 2017 nicht für den gleichen Betrag wieder aufgebaut werden. Dank des Anpassungsfaktors ist die Versicherungssumme in den letzten Jahren mit diesen Preissteigerungen „mitgewachsen“:


250.000,00 € / 13,11 (Faktor 2002) = 19.069,41 M (1914)

19.069,41 M x 17,39 (Faktor 2017) = 331.617,04 €


Die Versicherungssumme würde im Jahr 2017 also 331.617,04 € betragen.

Durch die jährliche Ermittlung eines entsprechenden Faktors wird somit sichergestellt, dass Sie jederzeit ausreichend für den Fall der Fälle abgesichert sind.

Kleiner Geschichtsexkurs

Aber wieso eigentlich ausgerechnet das Jahr 1914? Bis 1914 waren die Baupreise weitestgehend stabil, da die deutsche Währung noch goldgedeckt war. Außerdem waren Sie keinen besonderen Preissteigerungen unterworfen. Dies änderte sich erst durch den ersten Weltkrieg ab 1915.

Die Ermittlung des Gebäudewertes 1914

Für die Ermittlung des Wertes 1914 nutzen die Versicherer einen in der Regel einheitlichen Fragebogen. Da dieser für „Laien“ teilweise nur schwer verständlich ist, haben wir für Sie einen etwas „kundenfreundlicheren“ Fragebogen erstellt. Anhand Ihrer Angaben können wir dann die korrekte Wertermittlung vornehmen. Selbstverständlich ermitteln wir den Gebäudewert auch persönlich mit Ihnen zusammen.

Bitte denken Sie immer daran: Durch Anbauten und andere Veränderungen am Gebäude ändert sich auch der Versicherungswert! Bitte setzen Sie sich daher bei baulichen Maßnahmen immer mit uns in Verbindung, sodass wir die Versicherungssumme rechtzeitig entsprechend anpassen können. Wenn wir sicher sind, dass die Versicherungssumme auf dem richtigen Stand ist, können sowohl Sie als auch wir besser schlafen.